Achtung Zeckenzeit

Spaziergang im Wald, Gassi im Park oder entspannen im Garten – für viele Hundebesitzer gibt es nichts Schöneres, als zusammen mit dem Vierbeiner die Natur zu genießen. Doch aufgepasst! Im Grünen treiben auch leider Zecken ihr Unwesen. Die kleinen Blutsauger können bekanntlich gefährliche Krankheitserreger wie Borreliose-Bakterien und FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Viren übertragen. Da Zeckenbisse für Menschen und Tiere schwerwiegende Folgen haben können, ist Zeckenvorsorge für beide unerlässlich. Bei unseren beiden Hunden zum Beispiel ist es so, dass Kira der Jagdhundmix eher von Zecken geplagt ist und über die warme Jahreszeit immer wieder einige am Körper hat und Maja der Pudelmix eher verschont bleibt.

Wo lauern Zecken?

Zecken kommen in ländlichen, aber auch in städtischen Gebieten in ganz Deutschland vor. Leider ist auf Grund der milden Winter in den vergangenen Jahren immer wieder das Problem, dass Zecken schon sehr zeitig im Frühjahr aus den Nestern krabbeln. Sie sitzen auf Grashalmen, in Büschen und Unterholz, in Wäldern, auf Wiesen, in Stadtparks, aber auch in heimischen Gärten treiben Sie ihr Unwesen. Praktisch beinahe überall, wo wir mit unserem Hund unterwegs sind, können Zecken lauern. Entgegen der landläufigen Meinung fallen die Blutsauger jedoch nicht von Bäumen, sondern halten sich bevorzugt in der bodennahen Pflanzen in einer Höhe von 30 bis 60 Zentimetern auf. Haben die Parasiten einen Wirt gefunden, suchen sie nach möglichst gut durchbluteten Stellen, um zuzustechen. 

Wenn Ihr gerne mit eurem Hund in der Natur unterwegs seid, solltet Ihr an die richtige Vorsorge denken, z. B. durch Impfen. FSME-Viren werden beim Biss einer infektiösen Zecke sofort übertragen. Besser ist es allerdings, sich gar nicht erst beißen zu lassen. Um Zeckenbissen vorzubeugen, sollte man beim Aufenthalt im Grünen daher lange Kleidung und festes Schuhwerk tragen. Anti-Insektenspray, mit einem Wirkstoff gegen Zecken, kann die kleinen Blutsauger zudem für einige Stunden auf Abstand halten. Wichtig ist, nach jedem Aufenthalt im Grünen den eigenen Körper gründlich nach Zecken absuchen. Auch das Fell des Hundes sollte nach Zecken gründlich abgesucht werden. Hat doch mal eine Zecke zugebissen, ist es wichtig, diese so schnell wie möglich zu entfernen – das gilt sowohl bei Hunden als auch bei ihren Besitzern. Und Vorsicht beim Entfernen: Herausdrehen der Zecke macht keinen Sinn, Sie hat ja kein Gewinde an den Beißwerzeugen! Mit dem Instrument (Pinzette, Zeckenzange und Co.) so gut wie es geht an den Beißwerzeugen packen und nicht am Kopf, dabei kann es passieren das der Kopf drin bleibt und die Zecke gedrückt wird (so könnten die Bakterien in die Blutbahn des Hundes gedrückt werden). Falls dies passiert aber keine Panik, beobachtet die Wunde und evtl. ist eine Entfernung der "Beißerchen" noch nachträglich möglich oder Sie wachsen mit der Zeit heraus. Im Zweifel den Tierarzt konsultieren. Um unsere Vierbeiner vor den Bissen der kleinen Blutsauger zu schützen, können Kautabletten, Spot-on-Präparate sowie Halsbänder mit zeckenabweisenden Substanzen zum Einsatz kommen. Hausmittel wie z.B. Schwarzkümmel- oder Kokosöl ist die Wirkung wissenschaftlich nicht bewiesen und daher nicht als Vorsorgemaßnahme zu empfehlen. Im Gegensatz zum Menschen können Hunde gegen Borreliose geimpft werden. Einen FSME-Impfstoff für Vierbeiner gibt es jedoch leider nicht.

Wie kann ich meinen Hund vor Zecken schützen?

Wer seinen Hund vor Zecken schützen will, kann auf verschiedene Maßnahmen zurückgreifen. Die einfachste Methode: den Vierbeiner nach jedem Aufenthalt im Freien nach Zecken absuchen und im Fell krabbelnde Zecken gleich entfernen. Sollte eine Zecke bereits zugestochen haben, kann man sie mit Hilfe einer Pinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte entfernen. Die meisten Erreger, die für Haustiere gefährlich sind, werden erst übertragen, wenn die Zecke länger als zwölf Stunden saugt.  

Borreliose-Impfung für Hunde

Im Gegensatz zum Menschen können Hunde gegen Borreliose geimpft werden. Das Prinzip des Impfschutzes: Der geimpfte Hund bildet Antikörper gegen die Borrelien Bakterien. Wird ein geimpfter Hund von einer mit Borrelien infizierten Zecke gestochen, werden die Bakterien von den Antikörpern unschädlich gemacht.

Die Ständige Impfkommission für Tiere (StIKo Vet.) empfiehlt die Impfung für alle Hunde, die einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

Auch z.B. vor dem Urlaub in zeckenbelastete Regionen kann sich eine Impfung gegen Borreliose lohnen.

Am besten einfach mal den Tierarzt fragen und dann den Vierbeiner gegebenenfalls impfen lassen.

Kontakt- Antiparasitika können auch eine sinnvolle Alternative zum Schutz des Tieres sein

Das sind chemische Substanzen, die die Übertragung der Erreger durch das Abtöten der Blutsauger auf der Haut der Tiere verhindern sollen. Zecken können sich zwar weiterhin am Tier festhalten und eine Zeit lang im Fell herumkrabbeln, sterben aber spätestens beim Blutsaugen ab. Das Risiko der Erregerübertragung wird so deutlich vermindert. Während der Mensch mit Sprays und Lotionen Zecken fernzuhalten versucht, kommen bei Hunden und Katzen vor allem Spot-on-Präparate und spezielle Halsbänder mit unterschiedlichen Wirkstoffen zum Einsatz. Präparate mit dem Wirkstoff Permethrin sind für Hunde geeignet, für Katzen allerdings nicht. Für sie ist dieser Wirkstoff sehr giftig. Daher sollte vor dem Einsatz solcher Antiparasitika immer der Rat des Tierarztes eingeholt werden.

Spot-on-Präparate werden den Tieren auf die Haut im Nackenbereich getropft. Das verhindert, dass sie vom Tier selbst abgeleckt werden. Von dort verteilen sie sich über die Talgdrüsen der oberen Hautschichten. Der Schutzeffekt bleibt über mehrere Wochen bestehen, sollte aber entsprechend den Anwendungshinweisen des jeweiligen Präparats regelmäßig aufgefrischt werden.

Auch spezielle Zeckenschutz-Halsbänder, die Gifte gegen die Spinnentiere enthalten, wirken kontinuierlich über längere Zeit. Der Hund kann diese zusätzlich zum herkömmlichen Halsband tragen. Um die dauerhafte Wirksamkeit der Präparate zu gewährleisten, kann es nötig sein, das jeweilige Halsband vor dem Baden abzunehmen.

Haltet mit Eurem Tierarzt Rücksprache, welches Präparat für welches Haustier am besten geeignet ist! Nicht jedes Tier verträgt jedes Mittel gleichermaßen.

Was sind denn Eure Erfahrungen mit Zecken und möglichen Maßnahmen zur Zeckenabwehr?

Schreibt doch gerne Eure Meinungen zu einem Austausch!

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